Mercedes-Benz GL 420 CDI: First Class ins Gelände

Der GL ist kein Abkömmling der G-Klasse, obwohl sein Name es vermuten ließe. Vielmehr stand der ML hier Pate. Die Gene sind jedenfalls gut verpflanzt worden, wie ein Test bestätigte.

Von Ingo Buck (bbs)

Seit September 2006 ist die GL-Klasse von Mercedes-Benz auf dem europäischen Markt etabliert. Sie gehört in die Kategorie der luxuriösen Sports Utility Vehicles (SUV) und verbindet hohen Komfort mit riesigen Platzverhältnissen.

Daneben verwundert es nicht, dass der in Tuscaloosa/Alabama/USA hergestellte Allrader sehr gute Geländefähigkeiten besitzt. Der permanente Allradantrieb 4Matic mit Untersetzung, Lamellensperre für Mitten- und Hinterachsdifferenziale, sowie die Luftfederung mit einer Bodenfreiheit bis zu 307 Millimeter sind die Garanten für deftige Offroad-Einsätze.
Wir haben den King-Size-SUV als 420 CDI-Version mit 225 kW/306 PS (81 515 Euro) ausprobiert. Der V8-Dieselmotor hat ein üppiges Drehmoment von 700 Newtonmetern zu bieten, womit der GL zu den stärksten serienmäßigen Fahrzeugen der Welt gehört. Ein siebenstufiges Automatikgetriebe ist für das Schalten zuständig und erledigt seine Sache recht gut. Vor allem im Gelände kann es die Arbeit erleichtern. Wer hier das Bremsen mit dem linken Fuß beherrscht, stellt fest, dass der fünf- oder siebensitzige Riese sich zielgenau und fein dosiert mit der sehr gut reagierenden Lenkung durchs Gelände jonglieren lässt. Aber sein Metier ist es nicht und wer will mit so einem Schlitten schon ins Gelände?
Auf der Landstraße oder auf langen Reisen beherrscht der GL alles, was man ihm abverlangt. Der große Radstand von 3,08 Metern und das adaptive Dämpfungs-System lassen den knapp über fünf Meter langen Fünftürer wie einen sportlichen Langstreckenläufer durch Kurven tänzeln. Seitenneigung ist dabei ein Fremdwort und trotz seiner fast 2,5 Tonnen Leergewicht zeigt sich das V8-Triebwerk jederzeit spurtstark. Lediglich 7,2 Sekunden vergehen für den Sprint von null auf Tempo 100 km/h und die Höchstgeschwindigkeit endet bei vollkommen ausreichenden 230 Stundenkilometern.

Wer den GL bei Laune hält, kann mit einem Spritverbrauch von 12,5 Litern Diesel auf 100 km (CO2 330 g/km) rechnen (Testverbrauch im Schnitt), während die Werksangabe bei 11,3 Litern liegt.

Der GL ist mit seinem Basispreis von 65 331 Euro (GL 320 CDI, 165 kW/225 PS) sicherlich kein preiswertes Schnäppchen in diesem Segment, in dem Audi mit dem Q7 3,0 TDI (ab 50 800 Euro, 171 kW/233 PS) oder Range Rover TDV8 (ab 76 800 Euro, 200 kW/272 PS) mitspielen. In dieser Liga gehört der GL zweifelsohne zu den Fahrzeugen, die den Ton mit angeben, denn das Verhältnis von Qualität, Leistung und Fahrdynamik ist sehr stimmig geraten. Bei der Ausstattung hätte ich mir jedoch ein vollwertiges Reserverad gewünscht, statt einem Notlaufrad und das bessere Xenonlicht sowie als Dreingabe noch die Parktronic, damit das große Blech beim Parken heil bleibt.

Motor: Achtzylinder V-Dieselmotor mit vier Ventilen pro Zylinder, 3996 cm3, 225 kW/306 PS bei 3600 U/min, max. Drehmoment 700 Nm bei 2200-2600 U/min.

Fahrwerte: 0-100 km/h in 7,2 s, Höchstgeschwindigkeit 230 km/h.
Verbrauch: laut Werk durchschnittlich 11,3 Liter Diesel auf 100 km, CO2 298 g/km, Testverbrauch 12, 5 l/100 km (CO2 330 g/km), Rußfilter.

Antrieb: permanenter Allradantrieb, 7-Gang-Automatik, Verteilergetriebe, Differenzialsperren, ESP.
Maße & Gewicht: Länge/Breite/Höhe = 5,09/1,92/1,84 Meter, Wendekreis 12,1 m, Leergewicht 2575 kg, Zuladung 775 kg, Anhängelast 3500 kg, Tank 100 l, Gepäck 300-2300 Liter.

Preis: 81 515 Euro. 

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zuletzt aktualisiert am 06.04.2020 

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